Entstauungstherapie Lymphödem

Weshalb ist die richtige und konsequente Therapie bei diesem Krankheitsbild so entscheidend? Weil nur so das Lymphödem reduziert und das Ergebnis dauerhaft gehalten werden kann.

Als wirkungsvolle und ganzheitliche Therapie hat sich die Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE) bewährt und durchgesetzt.

Sie bewirkt z. B.

  • das Abfließen von Lymphflüssigkeit
  • das Auflösen von Verklebungen im verhärteten Bindegewebe
  • das Aktivieren des Lymphgefäßsystems

Die Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE) besteht aus zwei Phasen:

Phase I Entstauungsphase:

In der Phase I, der Entstauungsphase, geht es hauptsächlich darum, die vorhandene Schwellung mittels Manueller Lymphdrainage so weit wie möglich zu vermindern. Die Entstauung kann zwischen zwei und drei Wochen dauern. Sie wird entweder ambulant oder stationär durchgeführt. Zwingend notwendig ist es hier, dass nach jeder Lymphdrainage die Kompressionsbandagierung mit speziellen Kurzzugbinden, die mit Polstermaterialien kombiniert werden, durchgeführt wird. Diese verfügen über einen hohen Arbeitsdruck (Stärke des Drucks der Bandagierung bei Bewegung) bei gleichzeitig geringem Ruhedruck (Stärke des Drucks der Bandagierung in Ruhestellung). Ohne eine Bandagierung nach der Lymphdrainage würde das Ödem wieder „volllaufen“ und die Manuelle Lymphdrainage wäre ohne Wirkung.

Phase II Erhaltungsphase:

Die Phase II, die Erhaltungsphase, dient dazu, den Entstauungserfolg des Beines/Armes zu erhalten. Hier kommen flachgestrickte medizinische Kompressionsstrümpfe zum Einsatz. Diese werden als Maßanfertigung für jeden Patienten individuell angefertigt und 6 Monate getragen. Nach 6 Monaten haben die Patienten in der Regel Anspruch auf eine neue Verordnung. Flachgestrickte Kompressionsstrümpfe sind sehr kurzzügig, haben einen hohen Arbeitsdruck und bilden somit eine optimale „Wand“ gegen das Ödem. Diese Eigenschaften verhindern bei regelmäßigem Tragen ein erneutes Anschwellen der Extremitäten.

Die Erhaltungsphase dauert in der Regel ein Leben lang. Denn wird die Therapie unterbrochen, kommt es erneut zu einer Zunahme des Ödems.

Leitsatz bei der Behandlung von Lymphödempatienten ist daher:

keine Manuelle Lymphdrainage ohne Kompressionsbandagierung!

Bestandteile der Therapie sind:

  • Hygiene und Hautpflege
  • Manuelle Ganzkörper-Lymphdrainage
  • Kompressionstherapie mit Bandagen (während der Entstauung)
  • Kompressionstherapie mit medizinischen Strümpfen (während der Erhaltung)
  • Spezielle Gymnastik

Nur die konsequente Einhaltung der Entstauungstherapie verhindert, dass sich das Lymphödem verschlimmert.

Die Therapiemaßnahmen im Detail

Alle Schritte der Komplexen Physikalischen Entstauungstherapie sind perfekt aufeinander abgestimmt, denn nur so kann ein optimales Therapieergebnis erzielt werden.

Hygiene und Hautpflege

Die Therapie beginnt mit der gründlichen Hautpflege, bei der eventuell vorhandene Hauteinrisse usw. behandelt werden. Wichtig ist stets eine konsequente Pflege und Hygiene der Haut, um Infektionen sowie Risse zu vermeiden. Achten Sie darauf, ausschließlich pH-neutrale, seifenfreie Reinigungsmittel und Cremes zu verwenden, denn bei Lymphödemen bildet sich der Säureschutzmantel der Haut zurück. Schonende Pflege ist daher sehr wichtig.

70464_Bild02_4c.tifManuelle Lymphdrainage

Sie ist zentraler Bestandteil der Entstauungstherapie und keinesfalls mit einer herkömmlichen Massage zu vergleichen. Durch kreisförmige Bewegungen in Kombination mit bestimmten Pump-, Schöpf- und Drehgriffen regt der Therapeut die Lymphgefäße an. Der Körper wird zunächst bei den Schlüsselbeingruben (Claviculargruben) bearbeitet, um eine Sogwirkung auf die unteren Lymphgefäße zu erzeugen. Flüssigkeit wird dann aus dem ödemreichen Gebiet in funktionelle Gebiete verschoben und dort vom Lymphgefäßsystem aufgenommen. Verhärtetes Bindegewebe wird gelockert. Schon nach kurzer Zeit können hier sehr gute Ergebnisse erzielt werden.

Wichtig:

Nach jeder Lymphdrainage muss der Patient wieder bandagiert werden, um das Ergebnis zu sichern und zu optimieren.

4.0.1

Kompressionstherapie mit Wickelbandagen

Der Kompressionsverband übt Druck auf das Gewebe aus und stellt ein Widerlager für die Muskulatur dar. Der Lymphabfluss wird so gefördert und das Rückfließen der Lymphflüssigkeit in die betroffenen Körperteile verhindert.

Darauf kommt es anmedi Lymph Wickeltechnik – Bein

  • Korrekte Wickeltechnik und Unterpolsterung
  • Kein Ein- oder Abschnüren durch den Verband
  • Keine zu starke Einschränkung der Beweglichkeit der Gelenke
  • Konsequentes Tragen der Bandagen und gezielte Bewegungsübungen

Spezielle Gymnastik

Je nachdem, welche Körperteile von dem Lymphödem betroffen sind, haben Experten unterschiedliche Gymnastikprogramme entwickelt, die mit Kompressionsbandagierung durchgeführt werden können.